Kultur(haupt)Stadt Gera im Aufwind
Img 20191108 Wa0006

Kulturentwicklungsplanung „KEP2030“

Am 27. September 2018 beschloss der Stadtrat, die Bewerbung der Stadt Gera um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025" als eine Säule der Kulturentwicklungsplanung „KEP2030“ vorzusehen und die für eine erfolgreiche Beteiligung Geras zunächst am innerdeutschen Auswahlverfahren erforderlichen Maßnahmen unverzüglich einzuleiten.

Das Adjektiv „unverzüglich“ beschreibt die Dringlichkeit dieser Maßnahmen nur allzu unzureichend, standen doch bis zur ersten Vorstellung der Bewerberstädte einschließlich der Vorlage eines sogenannten „bid books“ vor der nationalen Jury nur noch rund 14 Monate zur Verfügung.

Sehr spät, aber doch immerhin nicht zu spät, kam dieser Beschluss auf Initiative junger, engagierter Bürger Geras zustande. Was andere Mitbewerber-Städte wie Nürnberg, Hannover oder Chemnitz bereits seit mehreren Jahren mit großen professionellen Teams betrieben, sollte in Gera quasi über Nacht und mit minimalen Ressourcen gestemmt werden.

Und doch: Sehr schnell fand sich ein kleines, erfahrenes Team, das den Prozess der Themenfindung sozusagen im Zeitraffer bearbeitete und dabei erstaunlich viele kulturelle Stärken der Stadt definieren konnte. Für das dann pünktlich vorgelegte bid book müssen wir uns als Stadt nicht schämen, auch wenn wir schon in der ersten Runde im Dezember 2019 ausschieden. Dieses Buch und der parallel entstandene „Kulturvernetzungsplan“ enthalten eine Vielzahl von Ideen, Anregungen und auch praktischen Empfehlungen, die seitdem die kulturelle Entwicklung Geras spürbar positiv beeinflussen.

Die CDU Gera hat mit ihrer „Naulitzer Erklärung“ vom Januar 2020 genau dies erkannt und unterstützt von Beginn an die Umsetzung all dieser Anregungen.

So ist nach Jahren der Vakanz die Position der Kulturamtsleitung mit Frau Dr. Claudia Tittel endlich wieder fachgerecht besetzt worden, der Kulturvernetzungsplan hatte dies prioritär gefordert. Die vom Freistaat Thüringen für Projekte im Rahmen des Bewerbungsverfahrens bereitgestellten Mittel konnten so hervorragend umgesetzt werden. Hochkarätige Ausstellungen in den Museen oder auch die Gestaltung eines großflächigen Graffiti-Kunstwerkes zeugen vom weiteren Aufwind für die Geraer Kultur. Eine neue Kulturförderrichlinie wurde wurde unter aktiver Mitwirkung der CDU-Fraktion im Stadtrat beschlossen. Dabei vertritt die CDU immer die Auffassung, dass vor allem die Freiheit von Kunst und Kultur essentiell sind für eine erfolgreiche Weiterentwicklung. Nicht politische Einflussnahme auf Förderentscheidungen oder auf die Beauftragung von Künstlern, wie sie zuweilen von anderen Parteien im Stadtrat gefordert wird, sondern fachliche und künstlerische Unabhängigkeit ist die einzige Basis für kulturellen Fortschritt. Die Politik hat ausschließlich Rahmenbedingungen zu setzen und erforderliche Ressourcen bereitzustellen, fachliche Entscheidungen treffen Fachleute. Unter diesem Blickwinkel werden wir als CDU-Fraktion auch in Zukunft die weitere Umsetzung der Kulturentwicklungsplanung, darunter vor allem die Konzeptentwicklung für das KuK und die längst fällige Entwicklung eines Museumskonzepts konstruktiv begleiten. Der große überregionale Erfolg des städtischen Veranstaltungsprogramms im Bauhausjahr 2019, das maßgeblich die Handschrift von CDU-Mitgliedern trug, mag dafür als Beleg dienen.

Albert Zetzsche

Mitglied des Kreivorstandes