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Geras Kulturlandschaft droht auszudünnen
Dienstag, den 27. Januar 2004 um 18:12 Uhr
CDU: Teile des Stadtrats verantwortungslosDie im ersten Anlauf gescheiterte Bestellung eines Stadtkulturdirektors hat Geras CDU-Fraktionsvorsitzender Gerd Herrmann kritisiert. Nachdem sich die Unionsfraktion der von PDS und SPD vertretenen Mehrheitsentscheidung des Stadtrates gebeugt hatte, mit der die Stelle des Kulturdezernenten abgeschafft, nehme es mittlerweile tragisch-komische Züge an, wenn sich die Befürworter eines Stadtkulturdirektors nicht zu einer Anstellung entschließen könnten. Die CDU hatte sich in nichtöffentlicher Sitzung für eine Entscheidung zu der Personalie ausgesprochen; Dr. Rüdiger Wiese aus Weimar war von OB Ralf Rauch (parteilos) am Ende eines Auswahlverfahrens favorisiert worden.
Die CDU-Fraktion sieht die Tendenz, dass sich Gera von den für Kultur und Bildung im Stadtleitbild 1998 formulierten Grundsätzen immer weiter entfernt. "Mit dem Ausscheiden des Kulturdezernenten im Februar 2001, dem Weggang des Kulturamtsleiters im November 2001 und der Nichtbesetzung der Stelle des Direktors im Stadtmuseum droht die Kulturlandschaft auszudünnen", beobachtet Gerd Herrmann. "Bedenkt man die große Bedeutung der so genannten weichen Standortfaktoren, kann ich nur staunen, wie verantwortungslos Teile des Stadtrates, die sonst an jeder Ecke die Kultur im Munde führen, mit dieser umgehen." Um den Bevölkerungsrückgang aufzuhalten, müssten Arbeitsplätze geschaffen werden, aber auch Kunst und Kultur würden einer Stadt ihre unverwechselbare Atmosphäre geben.
Gerd Herrmann erinnerte daran, dass der von der CDU vorgeschlagene Kulturdezernent vor anderthalb Jahren angehört, ausgewählt und anschließend öffentlich bloßgestellt worden sei. In der Hauptsatzung wurde der Kulturdezernent wegrationalisiert. Und nachdem das Sportamt aufgelöst und Teile der städtischen zentralen Grundstücks- und Gebäudeverwaltung zugeordnet und das Schulverwaltungsamt ins Dezernat Jugend, Soziales und Gesundheit untergegliedert wurde, hänge die Kultur "in der Luft".
Quelle: OTZ Gera





