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Ehrenbürgerschaft für Karl Weschke

Dienstag, den 24. Februar 2004 um 18:54 Uhr

Im Herbst 2003 wurde dem Maler Karl Weschke das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Mit dieser hohen Auszeichnung wurde die internationale Bedeutung dieses Künstlers gewürdigt. In Deutschland hatten bis zum Jahr 2001 allerdings nur wenige Kunstliebhaber von der Meisterschaft Karl Weschkes Kenntnis genommen. So war die große Weschke- Ausstellung im Jahr 2001 in der Geraer Orangerie die erste Präsentation dieses Malers und Zeichners hierzulande. Anlaß für diese Ausstellung war die Tatsache, daß Karl Weschke 1925 in Taubenpreskeln geboren wurde. Ebenso wie Otto Dix ist Karl Weschke damit ein Geraer Maler, auch wenn Taubenpreskeln damals noch zu Gera gehörte.

Ab 1934 wohnte Karl Weschke gemeinsam mit seiner Mutter in der Bauvereinsstraße in Gera. Davor verbrachte er seine Kindheit zu einem großen Teil in einem Kinderheim, da seine Mutter versucht hatte, sich der Verantwortung für ihre drei Kinder zu entziehen. Seinen Vater sah er nur einmal in seinem Leben als 11- Jähriger. Kurz danach wurde der Vater als kommunistischer Widerstandskämpfer verhaftet. Er kam in einem KZ um. Man muß leider von einer unglücklichen, traumatisierenden Zeit für Karl Weschke in Gera ausgehen.

Zum Zeitvertreib malte der junge Karl neben der Arbeit, mit der er zum Familienunterhalt beizutragen hatte. Dabei erhielt er erste Unterstützung durch den Schwager von Otto Dix Alexander Wolfgang, der selbst auch Maler war und nach dem Krieg eine wesentliche Rolle im Geraer Kunstleben spielte. Wolfgang lud den Jugendlichen gelegentlich in sein Atelier ein und beriet ihn künstlerisch.

1942, er hatte Gera bereits verlassen, meldete sich Karl Weschke freiwillig zum Kriegsdienst. Einerseits trieb ihn dazu die Langeweile, andererseits die Verblendung durch die Nazi- Ideologie. An Kriegshandlungen nahm er kaum teil, geriet aber 1945 in englische Gefangenschaft und damit nach Großbritannien, wo er bis heute lebt. Durch die Bemühungen der Briten erkannte er nach und nach das Verderbliche des Nationalsozialismus und richtete sein Leben neu aus. Dazu gehörte auch, daß er sich der Kunst zuwandte, zuerst der Bildhauerei, später der Malerei.

Die Schau in Gera, die durch eine Präsentation von Zeichnungen durch den Kunstverein Gera e. V. ergänzt wurde, zeigte das eindrucksvolle Porträt eines Malers, der es als Autodidakt dazu gebracht hat, mit scheinbar einfachen Mitteln das Wesen von Natur und menschlichem Leben sichtbar zu machen. Weschkes Gebrauch von meist gedeckten Farben ist geeignet, Empfindungen der Geborgenheit zu wecken; seine Darstellung von Natur, Tieren und Menschen zeugt von Respekt und der Fähigkeit, unter die Oberfläche zu schauen und dem Betrachter eben diesen Blick zu ermöglichen.

Der Kreisfachausschuß für Kultur und Sport der CDU Gera hat den Vorschlag unterbreitet, Karl Weschke die Geraer Ehrenbürgerschaft anzutragen. Dieser Gedanke ist von Herrn Peter Creter in den entsprechenden Stadtratsausschuß eingebracht worden, und am 19. 2. 2004 stimmte der Stadtrat gegen die Stimmen der PDS zu.

Dies ist ein schöner Erfolg des Fachausschusses und der Geraer CDU.

Die biographischen Angaben beruhen auf einem Aufsatz von Jeremy Lewison.

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